23 November 2020

Totensonntag

In diesen Tage denke ich viel an was wir am kommenden Sonntag nicht machen können: das Gedenken unserer Toten in dem Gottesdienst am Ende des kirchlichen Jahres. “Totensonntag” heißt dieser Sonntag im Tradition der protestantische Kirche. So wie ihr alle weißt: im Gottesdienst selber feiern wir das Abendmahl mit einander, verbunden mit dem Leben und Tod von Christus, und gleichzeitig verbunden mit Leben und Tod von Menschen die uns im Leben kostbar waren, und auch in der Erinnerung teuer geblieben sind. Und nach dem Gottesdienst gehen wir zusammen zum Kirchhof, um beim letzten geschaufelten Grab stille zu stehen, die Toten aus unserer Gemeinde zu gedenken, und dann auch aus unserem persönlichen Lebenskreis und aus der Welt die uns bekannt sind. Nach dem Segen gehen manche zu den Gräbern ihrer eigenen Familie, um dort in Stille und Andacht bei denen zu verweilen die ihnen in ihrem Leben entfallen sind.

Ich habe es immer sehr rührend gefunden um in diesem Gottesdienst und auf dem Kirchhof mit einander zusammen zu sein. Und werde es auch sehr vermissen dass wir das dieses Jahr nicht tun können. Ich merke daran wie sehr wir es brauchen um, mit bestimmten Riten, die Zeit und damit unser Leben, einzuteilen und zu gestalten. Es gibt uns einen bestimmten Halt im Leben. Wir können natürlich auch auf andere Momente all diese Menschen und Dinge bedenken bei den wir auf einen Sonntag wie diesen stillstehen, und wir tun das auch in unserem eigenen Leben, aber es ist doch etwas anderes um das gemeinsam zu tun, innerhalb der Kirche und draußen auf dem Kirchhof. Wir werden dann auch ein bisschen von der Gemeinschaft getragen, und damit auch von einer lange Tradition der Kirche. Auch wenn wir nicht immer verstehen, was das alles bedeutet, wir unsere eigene Stelle darin nur mit Mühe bedenken, und in Unsicherheit sind über den wirklichen Wert für uns von viel das zu uns gekommen ist. Dennoch fühlen wir uns manchmal getragen von Gedanken die größer sind als wir, und vielleicht von einem Glauben, der mehr versteht vom Leben als wir selbst.

Es hat etwas paradoxes an sich dass wir dieses Jahr dies alles nicht zusammen erleben können. Vielleicht brauchen wir es dieses Jahr mehr als sonst um uns von diesem Glauben getragen zu wissen. Weil wir mehr von einander isoliert sind, weil wir keine sichtbare Gemeinschaft sein können, weil wir mehr an Stimmungen unterworfen sind die uns nach unten ziehen.

Vielleicht ist es dann dennoch gut, um bewusst diese Traditionen der Kirche zu bedenken, und für uns selbst dasjenige zu tun was wir sonst gemeinsam mit einander taten. Um vielleicht dadurch eine Kraft zu erfahren, die uns auch in diese schwierige Zeit hilft um positiv im Leben zu stehen,und offen für eine hoffnungsvolle Zukunft.

So etwas wünsche ich Ihnen zu.

Severien Bouman

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